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Chef der Bundesagentur für Arbeit weist Vorwürfe von SPD und Gewerkschaften zurück

Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, hat die Zeitarbeit in einem Interview mit der “Wirtschaftswoche” verteidigt. Den prognostizierten Höchststand bei den Leiharbeitern in 2011 finde er grundsätzlich gut.

Insbesondere im europäischen Vergleich liege Deutschland beim Anteil der geleisteten Arbeitsstunden in der Zeitarbeit mit etwa 2,5 Prozent im hinteren Bereich. Weise sieht die Stärke der Zeitarbeit weiterhin im Ausgleich von Kapazitätsspitzen. Dass Leiharbeit reguläre Arbeitsverhältnisse ersetze, sieht er nicht so: “Von diesem Zustand sind wir noch weit entfernt.”

Weise stellte sich damit klar gegen die Forderungen von SPD und Gewerkschaften. Diese beklagen zunehmenden Missbrauch mit der boomenden Leiharbeit und dringen bei der Bezahlung auf Gleichstellung mit den Stammbeschäftigten („Equal Pay“).

Laut BA-Chef sei auch der sogenannte „Klebeeffekt“ deutlich höher als angenommen. Dieser Effekt bezeichnet den Anteil der Zeitarbeiter, die nach einiger Zeit von den Unternehmen in eine Festanstellung übernommen werden. Während Untersuchungen bislang davon ausgingen, dass sieben bis zehn Prozent der Leiharbeitnehmer in den Betrieben, in die sie entsandt werden, eine Festanstellung bekommen, geht Weise von deutlich mehr aus. In 2009 hatte das Institut der Deutschen Wirtschaft den Klebeeffekt in der Branche bereits mit einem Viertel beziffert.

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